Alles Peanuts – Spaziergang im Zeichen der Erdnuss

Einmal jährlich findet in Basavanagudi, einem der ältesten Viertel Bangalores, Kadalekkai Parishe statt, die drei Tage dauernde Erdnuss-Messe. In der Gegend befand sich einst fruchtbares Farmland, nun hat der immerzu wachsende Moloch der Großstadt das Gebiet vereinnahmt. Man kann noch erahnen, wie es einmal ausgesehen hat: ausladende, große Bäume säumen die Straßen, viele kleine Händler bieten ihre Waren an, bunte Häuser bilden den Kontrast zu den staubigen Wegen.

Die Straßen sind gesäumt von unzähligen Farmern.

 

Als Reminiszenz an vergangene Zeiten versammeln sich die Bauern aus ganz Indien hier und bieten Tausende und Abertausende Erdnüsse feil, roh oder bereits geröstet. Ein atemberaubender, farbenprächtiger Anblick – und wie immer bunt, laut, voll, lärmend.  

Stolz wird die Ernte angepriesen.

Direkt daneben befindet sich der Basava bull temple mit einem der größten Nandis, also Stier. Eine Legende besagt, dass nachdem der Bull-Tempel gebaut wurde, mehr und mehr Farmer kamen, um ihre Ernte Lord Basava zu opfern – dieses Jahr waren es mehr als 200. Daraus entwickelte sich im Lauf der Zeit ein regelrechter Jahrmarkt. Heutzutage gibt es neben Nüssen auch allerlei andere Dinge zu kaufen, Spielzeug, Krimskram, Zuckerwatte, Plastikprodukte et cetera.

Buntes Jahrmarkttreiben rund um den Bullen und seine Erdnüsse.

 

Eine andere Legende besagt, dass immer bei Vollmond ein Stier über die Felder herfiel und alles auffraß. Das endete erst, als die Bauern begannen, ihre erste Ernte Basava (Nandi) zu opfern. Der Gott war milde gestimmt, die Nüsse gerettet. Anschließend wurde ein Abbild Basavas in der Nähe gefunden. Dieses wuchs schnell und und immer schneller. Um das zu stoppen, trieben die Bauern einen eisernen Stift in den Kopf des Abbildes. Das half. Nun kommt Lord Basava in der Nacht, bevor die Messe endet, als großer Bulle auf die Erde und isst alle Erdnüsse auf – übrig bleiben nur die leeren Schalen. So sagt es die Legende!

Groß und klein ist auf den Beinen.

Wie gesagt, heute ist es ein großes Spektakel mit Massen an Besuchern und Händlern. Und die sollen nicht hungrig bleiben. Für alle gibt es gratis Essen, das in einer nahe gelegenen Küche zubereitet und von freiwilligen Helfern großzügig verteilt wird.  

Es gibt reichlich Essen für alle Besucher und Händler.

 

Dieses Treiben wollte ich mir nicht entgehen lassen und nahm deshalb in aller Herrgottsfrühe (Start: 06:45 Uhr!) an einem Fotowalk mit Hema teil. Und ich muss sagen: das frühe Aufstehen hat sich gelohnt – es war toll!

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